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Pantone TCX vs. TPG: Wo liegt der Unterschied? Farbwahl-Guide für Textil und Druck

TCX und TPG unterscheiden sich nur durch einen Buchstaben, führen beim Farbabgleich aber zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Dieser Leitfaden erklärt Trägermaterialien, Farbraumlogik und Anwendungsbereiche – damit bei Textil-Proofing und Druckabstimmung nichts mehr schiefgeht

麥策知識學院 | Academy Founder Hung Tsung-Yuan

Pantone TCX vs. TPG: Wo liegt der Unterschied? Farbwahl-Guide für Textil und Druck
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TCX vs. TPG: Wo liegt der Unterschied und warum darf man sie nicht verwechseln?

Viele Designer sind beim ersten Durchblättern eines Pantone-Fächers verwirrt: Warum gibt es dieselbe Farbnummer in zwei Versionen, die sich nur um einen Buchstaben unterscheiden?

TCX steht für „Textile Cotton eXtended“ und basiert auf 100 % reiner Baumwolle – jedes Farbmuster ist ein echtes Stoffstück. TPG steht für „Textile Paper Green“, wird auf gestrichenem Papier gedruckt und ist die aktuelle Papierversion der Pantone-Textilfarben (der Vorgänger TPX basierte auf demselben Prinzip, nutzte aber eine andere Papier- und Pigmentrezeptur)

Die entscheidenden Unterschiede liegen in drei Punkten:

・Trägermaterial: TCX besteht aus Baumwollstoff, TPG aus gestrichenem Papier

・Anwendungsbereich: TCX ist für Textilien, Bekleidung und Heimtextilien gedacht; TPG für Druck, Lacke, Kunststoffe und Verpackungs-Proofing

・Farbraumabdeckung: TCX umfasst 2.310 Farben; TPG deckt dieselben 2.310 Farbcodes ab, allerdings wurden die Farbkoordinaten neu kalibriert, um die in TPX enthaltenen Blei- und Chrompigmente zu ersetzen – umweltkonform, aber mit leicht reduzierter Farbsättigung

In der Praxis passiert häufig folgendes Desaster: Ein Designer wählt die Farbe am Bildschirm anhand von TPG aus, die Druckerei für den Textildruck gleicht den Auftrag jedoch mit einem TCX-Fächer ab. Obwohl die Farbnummern identisch sind, führen das unterschiedliche Trägermaterial und das veränderte Reflexionsverhalten zu sichtbaren Farbabweichungen. Wenn die Referenzbasis nicht übereinstimmt, sind endlose Reklamationen vorprogrammiert

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Sehen TCX und TPG bei gleicher Farbnummer identisch aus?

Die kurze Antwort: Optisch ähnlich, messtechnisch verschieden

Pantone hat TPX nach 2010 zu TPG weiterentwickelt. Formell gilt dieselbe Farblogik, aber das Trägermaterial wurde auf gestrichenes Papier umgestellt und die Pigmentrezepturen überarbeitet, um Blei- und Chromverbindungen vollständig zu entfernen. Für Textilanwender spielte das kaum eine Rolle (sie mustern ohnehin mit TCX ab), für die Druck- und Lackindustrie waren die Auswirkungen jedoch spürbar

Die konkreten Auswirkungen zeigen sich auf zwei Ebenen:

・Farbsättigung: TPG büßt minimal an Brillanz ein, erfüllt dafür aber Umweltstandards wie die EU-REACH-Verordnung

・Medienübergreifender Farbabgleich: Misst man TPG und TCX mit derselben Farbnummer unter D65-Normlicht, liegt das ΔE typischerweise zwischen 2 und 4 – mit bloßem Auge erkennbar, wenn auch nicht extrem

Für Textilmarken bedeutet das: Sobald ein Projekt Verpackungen, Papiertüten, Webetiketten und Hängeetiketten umfasst, sollte die Referenzbasis direkt zu Beginn festgelegt werden. Stoffe werden gegen TCX abgeglichen, Papierprodukte gegen TPG. Andernfalls laufen in der Produktion zwei verschiedene Farbwelten parallel

C, U, TPX, TCX, TPG: Wie behält man den Überblick?

Die Vielfalt der Pantone-Fächer kann verwirren, folgt aber einer klaren Systematik: Die Buchstabenkürzel definieren Trägermaterial, Verwendungszweck und das jeweilige Farbmanagement

・C (Coated): Glänzend gestrichenes Bilderdruckpapier; der Standard in Druckereien mit maximalem Farbraum

・U (Uncoated): Ungestrichenes Naturpapier; saugfähige Haptik, gedecktere Farben, häufig für Visitenkarten und Buchcover genutzt

・TPX (Vorgänger von TPG): Gestrichenes Papier, 2.310 Farben, inzwischen vollständig durch TPG ersetzt

・TCX: Baumwollmuster, 2.310 Farben, speziell für den Textilbereich

・TPG: Gestrichenes Papier, 2.310 Farben, universell für Druck und Beschichtungen

In der Praxis richtet sich die Fächerwahl nach dem Endprodukt:

・Drucksachen (Faltschachteln, Plakate, Bücher): Pantone C oder U verwenden

・Textilien (Kleidung, Kissen, Vorhänge): TCX verwenden

・Mischprojekte (Papier-Hangtags, Stoffetiketten, Hybrid-Verpackungen): Beide Fächer bereithalten und separat abmustern

Kurzum: Es gibt keinen Universalfächer. Missverständnisse entstehen fast immer, wenn dieselbe Farbnummer auf unterschiedlichen Trägermaterialien als identische Farbe missverstanden wird

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Farbabstimmung zwischen Textil und Druck: Der richtige Ablauf

Hier ist ein kompakter Drei-Schritte-Leitfaden für einen reibungslosen Ablauf:

・Material prüfen: Für Textilien ausnahmslos TCX heranziehen; für Papierprodukte TPG oder C/U wählen

・Vollständigen Farbcode in die Bestellung aufnehmen: Niemals nur vage Bezeichnungen wie „Pantone Rot“ angeben, sondern immer den exakten Code wie „Pantone 18-1664 TCX“

・Lichtquelle vereinheitlichen: D65-Normlicht ist der Industriestandard. Sowohl Textil als auch Druck müssen unter dieser Lichtart abgemustert werden, da abweichende Farbtemperaturen das ΔE künstlich vergrößern

Wichtiger Hinweis: TCX und TPG nutzen unterschiedliche Suffixe (z. B. 18-1664 TCX vs. 18-1664 TPG). Vor Druckfreigabe muss die exakte Kennzeichnung im Auftragsschein stehen. In den Layoutdaten muss die Farbe als Sonderfarbe (Spot Color) mit der entsprechenden Pantone-Bibliothek angelegt sein, damit die RIP-Software der Druckerei sie korrekt interpretiert

Reicht bei leichten Abweichungen eine CMYK-Annäherung?

Diese Frage höre ich in der Druckpraxis ständig. Die Antwort ist eindeutig: Eine Annäherung ist möglich, man muss das Farbrisiko dann aber in Kauf nehmen

Die Konvertierung einer Sonderfarbe in CMYK bedeutet eine Farbraumtransformation: Farben, die außerhalb des CMYK-Farbraums liegen, werden auf den maximal darstellbaren Farbraumrand beschnitten. Offizielle Werkzeuge wie PantoneLIVE oder der Pantone Color Bridge Guide liefern CMYK-Simulationswerte – diese sind jedoch reine Näherungen und keine Garantie für ein identisches Druckbild

Für die Praxis gelten drei Faustregeln:

・Primäre Markenfarben (Logo, CI-Farben): Konsequent als echte Sonderfarbe drucken. Die Zusatzkosten für das Schmuckfarbenwerk zahlen sich aus

・Sekundäre Dekorelemente (Hintergründe, Muster, Illustrationen): Eine CMYK-Annäherung reicht meist aus, sofern die Farbreferenz im Dokument vermerkt ist

・Medienübergreifende Gesamtpakete (Textil + Verpackung + Etikett): Zuerst das Mastersystem definieren und erst danach CMYK-Werte ableiten

Viele Kunden fragen: „Geht das nicht einfach im Vierfarbdruck?“ Meine Standardantwort lautet: Ja, aber man muss mit Abweichungen zum Entwurf leben. Sonderfarben existieren für verbindliche Farbkonsistenz. Wer hier spart, zahlt bei späteren Farbreklamationen oft drauf

Reicht bei leichten Abweichungen eine CMYK-Annäherung?|Pantone TCX vs. TPG: Wo liegt der Unterschied? Farbwahl-Guide für Textil und Druck Abschnittsbild

Das Wichtigste auf einen Blick

・TCX basiert auf Baumwolle, TPG auf gestrichenem Papier – das Trägermaterial ist der Hauptgrund für Farbabweichungen

・Identische Farbnummern bei TCX und TPG weisen unter D65-Normlicht ein ΔE von ca. 2–4 auf – mit bloßem Auge sichtbar

・Für Textilien TCX, für Papier TPG nutzen; bei medienübergreifenden Projekten sollten beide Fächer vorliegen

・Bestellungen immer mit vollständigem Code angeben (z. B. Pantone 18-1664 TCX), niemals nur mit Farbnamen

・Markenkernfarben als Sonderfarbe umsetzen, CMYK-Annäherungen nur für sekundäre Grafikelemente nutzen

Weiterführende Praxiseinblicke

Medienübergreifende Markenprojekte nehmen stetig zu: Textilprodukte, Verpackungen und Akzidenzdrucke aus einem Guss sind besonders bei mittelständischen Unternehmen gefragt. Nach meiner jahrelangen Projekterfahrung entstehen die meisten Reklamationen nicht durch Druckfarbenkosten oder falsche Papierwahlen, sondern durch uneinheitliche Farbreferenzen. Es empfiehlt sich daher, das Farbreferenzsystem bereits im Kick-off-Meeting verbindlich festzulegen: TCX für Textilien, TPG für Papierwaren, Pantone C für Bilderdruckpapier. Sind diese drei Schienen klar getrennt, läuft die spätere Produktion reibungslos. Für Unternehmen, die erstmals ein solches Komplettbranding umsetzen, unterstützt das Beraterteam der Mai Strategy Wissensakademie bei der Standardisierung von der Bemusterung bis zur Serienfertigung, um zeitraubende Korrekturschleifen zu vermeiden. Wer fundiertes Wissen zu Farbmanagement und Sonderfarben sucht, kann den Newsletter der Mai Strategy Wissensakademie abonnieren

Weiterführende Artikel

FAQ

Kann man mit einem Pantone-TCX-Fächer in der Druckerei abmustern?
Nicht empfehlenswert. TCX basiert auf Baumwolle. Da Textilfarbstoffe und Druckfarben auf Papier völlig unterschiedliche Reflexionseigenschaften besitzen, arbeiten Druckereien mit TPG oder C/U als Referenz. Ein Abgleich gegen TCX führt unweigerlich zu Farbabweichungen
Was ist der Unterschied zwischen TPX und TPG? Kann man alte Fächer noch nutzen?
TPX ist der Vorgänger von TPG. Das Farbsystem ist identisch, aber bei TPG wurden blei- und chromhaltige Pigmente aus Umweltgründen entfernt. TPG ist der aktuelle Standard. Gut erhaltene TPX-Fächer lassen sich zur Orientierung noch heranziehen, für neue Projekte sollte jedoch ausschließlich TPG verwendet werden
Der TPG-Fächer enthält nur 2.310 Farben – was tun, wenn das nicht reicht?
TPG gehört zum Pantone-Textilsystem und deckt mit 2.310 Nuancen die meisten Branding-Anforderungen ab. Werden Neon-, Metallic- oder andere Spezialeffekte im Druck benötigt, sollte auf Pantone C (Coated) oder Spezialfächer wie Pantone Metallics ausgewichen werden
Sollten Farben in den Druckdaten als Sonderfarbe (Spot Color) oder CMYK angelegt werden?
Nur als Sonderfarbe (Spot Color) angelegte Töne werden von der RIP-Software der Druckerei exakt dem Pantone-Farbkanal zugeordnet. Bei einer CMYK-Umwandlung separiert das Layoutprogramm die Farbe in vier Prozessfarben, wodurch keine echte Sonderfarbe gedruckt werden kann und Farbverschiebungen entstehen
Gibt es zwischen der Bildschirmansicht einer Pantone-Farbe und dem Druckergebnis immer Abweichungen?
Ja. Bildschirme arbeiten mit selbstleuchtendem RGB-Licht, während Drucksachen auf Papier Licht im CMYK- bzw. Sonderfarbenraum reflektieren. Aufgrund dieser physikalischen Unterschiede dient der Monitor nur zur gestalterischen Orientierung – die verbindliche Farbfreigabe erfolgt immer am physischen Farbfächer unter Normlicht
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